Leistungsspektrum
Die Ansprüche an die heutige Tiermedizin sind hoch, das gilt auch
für unsere Praxis, an welche auch wir die höchsten Ansprüche stellen,
um die Gesundheit eines jeden Tieres gewährleisten zu können.
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Deckzeitbestimmung
Die genaue Deckzeitbestimmung ist für den Züchter die
Grundvoraussetzung für eine gute Zucht.
Häufig ist die Reise zum Deckrüden weit und nur ein Tag zur
Bedeckung veranschlagt. Dann ist es besonders wichtig, dass eine
genaue Deckzeitbestimmung erfolgt ist. Wird die Hündin nicht zur
rechten Zeit belegt,
bleibt sie leer und dementsprechend hoch
ist der Verlust. Natürlich können auch andere Ursachen zugrunde
liegen, warum eine Hündin nicht aufnimmt.
Ein erfahrener und aufmerksamer Züchter trägt als erstes dazu
bei, den genauen Termin einzugrenzen, indem er dokumentiert,
wann die Läufigkeit bei der Hündin begonnen hat und er die
äußerlich sichtbaren Symptome beobachtet. Dazu zählen die
Beurteilung des Schwellungsgrades der Vulva (Schamlippen), die
Beurteilung des Läufigkeitsausflusses und die Prüfung des
Duldungsreflexes. Der Läufigkeitsausfluss ist anfänglich blutrot
und wird später fleischwasserähnlich, wobei die Sekretmenge zum
Ende der Läufigkeit abnimmt. Es sollte grundsätzlich auch die
Rute und die Innenschenkel auf Sekretspuren untersucht werden.
Fällt dem Züchter bereits eine Abweichung in Geruch oder
Konsistenz des Ausflusses auf, sollte er auf jeden Fall
schnellstmöglich die Tierarztpraxis aufsuchen. Der
Duldungsreflex wird geprüft, indem die läufige Hündin einem
Rüden vorgeführt wird. Präsentiert sie dem Rüden ihr Hinterteil,
hebt die Rute zur Seite und hebt die Vulva an, dann "duldet"
oder "steht" sie und zeigt somit im besten Falle den richtigen
Deckzeitpunkt an. Manche Hündinnen reagieren auch auf andere
Hündinnen in dieser Weise. Leider muss diese Beschreibung der
äußerlich sichtbaren Symptome als "bilderbuchmäßig" bezeichnet
werden, da es in allen drei genannten Kriterien individuell sehr
große Unterschiede gibt, - mit Extremen wie verdeckten
Läufigkeiten (kaum bis gar kein Ausfluss) oder einem
Duldungsreflex, der bis zu 14 Tagen angezeigt wird.
Die genaue Beobachtung ist demnach zwar aufschlussreich für die
Gesamtbeurteilung des Läufigkeitsverlaufes, allerdings nicht
hinreichend zuverlässig für die Bestimmung der Deckzeit. Deshalb
ist es zur genauen Deckterminvoraussage ratsam, die Hündin in
unserer Praxis untersuchen zu lassen. Bei dieser Untersuchung
können außerdem Erkankungen festgestellt werden, die einer
Trächtigkeit entgegenstehen würden. Sie ist unterteilt in die
äußere und innere Untersuchung sowie die Durchführung eines
Progesterontests.
Bei der äußeren Untersuchung wird der Allgemeinzustand der
Hündin sowie die Beschaffenheit von Vulva und Ausfluss
untersucht. Der Züchter/Tierbesitzer kann hier die Beurteilung
durch seine Beobachtungen vervollständigen.
Die innere Untersuchung beinhaltet die Vaginoskopie, die
Vaginalzytologie sowie ggf. eine Tupferprobenentnahme zur
weiteren bakteriologischen Untersuchung. Bei der Vaginoskopie
wird mittels Spekulum und Lichtquelle die Scheidenschleimhaut
beurteilt. Außerdem wird das Scheidengewölbe auch auf
Veränderungen wie Missbildungen, Verletzungen, Tumore oder
Infektionen untersucht. Die Vaginalzytologie umfasst die
Tupferprobenentnahme von Schleimhautzellen des Scheidendaches
sowie ihre mikroskopische Beurteilung.
Die Schleimhaut verändert sich sowohl makroskopisch als auch
mikroskopisch im Fortschreiten der Läufigkeit, so dass es
diverse Kriterien gibt, die anzeigen, dass die Hündin sich um
den Ovulationszeitraum (Eisprung) befindet. Sollte es bei der
Beurteilung des Ausflusses, ggf. auch anhand der Farbe und des
Geruches des Tupfers, einen ersten Hinweis auf bakterielle
Besiedelung geben und sind sogar bei der mikroskopischen
Beurteilung der Zellen zusätzlich Bakterien sichtbar, dann raten
wir auf jeden Fall zu einer zweiten Tupferprobenentnahme, um
eine bakteriologische Untersuchung einzuleiten.
Diese können wir in unserem eigenen Labor durchführen, um in 24
- 48 Stunden das wirksamste Antibiotikum gegen die bakterielle
Scheidenbesiedelung zu ermitteln. Zur genauen
Keimdifferenzierung muss der Tupfer in ein Speziallabor
geschickt werden und es erfolgt eine Anzucht, die einschließlich
Auswertung und Feststellung des wirksamsten Antibiotikums ca.
eine Woche dauert.
Wir beraten Sie diesbezüglich ausführlich, welche Untersuchung
(und Behandlung) im Fall Ihrer Hündin am sinnvollsten ist.
Befindet sich die Hündin nun aufgrund der äußeren und inneren
Untersuchung um den Ovulationszeitraum, dann wird zusätzlich
eine Hormonbestimmung durchgeführt.
Dabei wird der Blutspiegel des Hormons Progesteron
semiquantitativ (mittels Farbindikator und labortechnischer
Kontrolle) in unserem Labor gemessen.
Der Progesterongehalt steigt kurz vor der Ovulation (Eisprung)
bereits an, ist aber erst deutlich erhöht zum Zeitpunkt der
Konzeption (Empfängnis), die ca. 2-5 Tage nach dem Eisprung
liegt. Dann ist die eigentliche Deckzeit erreicht. Auch hier
können allerdings individuelle Unterschiede vorliegen, sodass
eine erneute Untersuchung der Hündin im kurzen Abstand nötig
ist.
Es ist außerdem möglich, den Progesteronwert exakt ermitteln zu
lassen, jedoch muss die Blutprobe dafür in ein Fremdlabor
geschickt werden. Statt einer Untersuchungsdauer von ca. einer
Stunde, geht hier mindestens ein Tag verloren, im ungünstigen
Fall am Wochenende sogar 2 Tage, die entscheidend sein
können...und für den genauen Decktermin ist es zu spät!
Fazit: Die beschriebenen Untersuchungsmethoden
(äußere/ innere Untersuchung, Progesterontest) in Kombination
miteinander stellen eine optimale Diagnostik zur Eingrenzung des
Ovulationstermins und die Festlegung des genauen Deckzeitpunktes
der Hündin dar.
Dadurch werden nachweislich mehr Hündinnen tragend, und ein
optimierter Decktermin führt häufig auch zu einer erhöhten
Welpenanzahl.
Da freuen sich der Züchter UND das Praxisteam!
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